Studentinnenvereine – ein geschichtlicher Überblick

Frauen an der Uni

Bis auf sehr wenige Ausnahmen begann eine Diskussion über das Frauenstudium, welches eine Studentinnenverbindung erst möglich macht, an den deutschen Hochschulen Mitte des 19. Jahrhunderts. 1900 folgte der Erlass des badischen Ministeriums: „Frauen, welche ein anerkanntes Reifezeugnis vorzulegen vermögen, seien versuchs- und probeweise zur Immatrikulation an den Landesuniversitäten, Freiburg und Heidelberg, zuzulassen.“ Die anderen Länder folgten bald dem badischen Vorbild, nur Preußen verschloss sich bis 1908 dem Frauenstudium.

Frauen in Verbindungen – damals

Noch bevor die ersten Frauen in Deutschland und Österreich promovieren durften, hatten sich bereits an mehreren Hochschulorten Damenverbindungen gegründet. Die erste Studentinnenverbindung, der Verein studierender Frauen Hilaritas, wurde schon im Jahre 1898 in Bonn gegründet. Vier Jahre nach der Zulassung der Frauen zum Studium, wurde in Freiburg der Studentinnenverein ins Leben gerufen, der die besonderen Belange der studierenden Frauen an der Hochschule wirksam zu vertreten suchte. 1914 konstituierte sich die katholische Verbindung Herrad, die Deutschchristliche Vereinigung studierender Frauen und 1919 die Katholische Hochland – Caritas. Bis zum Jahr 1933 existierten etwa hundert Studentinnenverbindungen.

Außerdem schlossen sich verschiedene Studentinnenvereine in Dachverbänden zusammen. 1904 gründete sich auf evangelischer Basis der erste Dachverband, die Deutsche Christliche Vereinigung Studierender Frauen. Dieser Vereinigung folgte der 1906 in Weimar gegründete Verband der Studentinnenvereine Deutschlands. Mit zunehmender Zahl der Studentinnen entstanden weitere Vereinigungen. 1913 bildete sich in diesem Sinne der Verband katholischer Studentinnen, sowie 1914 der Deutsche Verband Akademischer Frauenvereine.

Die Dachverbände und die einzelnen Studentinnenverbindungen bestanden bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie jedoch nicht wieder rekonstituiert. Lediglich der Verband katholischer deutscher Studentinnenvereine wurde 1952 wiederbegründet und in Bund katholischer deutscher Akademikerinnen umbenannt. Trotz der recht hohen Anzahl von Studentinnen nach dem Krieg, hat sich nur eine Studentinnenverbindung in Freiburg, die Herrad reaktiviert. Die Spur von Herrad lässt sich noch bis 1953 verfolgen. Danach war sie mangels Mitgliedern gezwungen zu suspendieren.

Frauen in Verbindungen – heute

Heute gibt es wieder eine erkleckliche Anzahl an Studentinnenverbindungen, wobei die 1982 gegründete AV Merzhausia die älteste aktive Damenverbindung im deutschsprachigen Raum ist.

Seit den 1980er Jahren gibt es einige durchgehend bestehende Vereine, die sich selbst meist als Damenverbindungen bezeichnen. Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es Damenverbindungen im Wissenschaftlichen katholischen Unitasverband.

Einen Dachverband aller Damenverbindungen gibt es nicht. Die Verbindungen sind so unterschiedlich wie ihre Mitglieder und ihre Prinzipien. Die Entwicklung der Damenverbindungen bleibt also weiterhin spannend. Wir freuen uns drauf!

 

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